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Dringende Mitteilung an die Bevölkerung vom Panzergrenadierbataillon 112 wegen Standortübungsplatz Regen

Germar Lacher, Oberstleutnant und Kommandeur PzGrenBtl 112 sowie Standortältester Regen möchte die Bevölkerung dringend über folgenden Sachverhalt zum Standortübungsplatz Regen informieren:

"Militärischer Sicherheitsbereich - Grenze des Standortübungsplatzes - Schieß- und Übungsbetrieb. Blindgänger! Lebensgefahr! Unbefugtes Betreten des Platzes ist verboten und wird Strafrechtlich verfolgt." 


"Gerne möchte ich die Gelegenheit nutzen, um auf diesem Wege noch einmal die bevorstehende Umwandlung des Standortübungsplatzes Regen von einem militärischen Bereich in einen militärischen Sicherheitsbereich zu thematisieren und einige Hintergründe dazu erläutern. Einleitend will ich dabei bemerken, dass ich die wahrgenommene Diskussion um diese angekündigte Maßnahme aufmerksam verfolge und die Fragen der Bevölkerung in diesem Zusammenhang sehr ernst nehme.


Ich erlaube mir, zunächst einen Aspekt aufzugreifen, der aus meiner Sicht einer grundsätzlichen Einordnung bedarf. Der Ausbildungsbetrieb des Panzergrenadierbataillons 112 ist grundsätzlich auf den Standortübungsplatz Regen begrenzt. Übungen außerhalb dieses ausschließlich für militärische Nutzung vorgesehenen Bereichs werden im Vorfeld über die zuständigen Stellen beantragt. Das Gebiet Stausee/ "Kammerl" und der Wanderweg von Regen nach Langdorf ist daher von der Umwandlung nicht betroffen, da er nicht Bestandteil des StOÜPl Regen ist. Dieses Gebiet kann auch weiterhin durch die Bevölkerung genutzt werden. Etwaige Sorgen der Bevölkerung, dass es hier zu möglichen Einschränkungen kommen könnte, sind daher unbegründet.     
Bisher hat der Standortübungsplatz (StOÜPl) Regen den Status eines "militärischen Bereichs". Dazu sind an den Grenzen des StOÜPl Warnungstafeln (Grenztafeln) angebracht. Diese sind mit dem Hinweis "Militärischer Bereich - Unbefugtes Betreten während der Übungszeiten ist verboten! Zuwiderhandlungen werden verfolgt! Betreten außerhalb der Übungszeiten geschieht auf eigene Gefahr"  versehen.
Zusätzlich gibt es noch drei weitere Schaukästen mit einem Aushang, der den Übungszeitraum definiert, auf dem StOÜPl angebracht. Die Übungszeiten sind von Montag, 0700 Uhr bis Freitag, 1400 Uhr festgelegt.

Zukünftig wird der StOÜPl ein "militärischer Sicherheitsbereich" sein. Zu diesem Zweck werden die Warnungstafeln ausgetauscht. Die neuen Tafeln lauten dann:
"Militärischer Sicherheitsbereich - Grenze des Standortübungsplatzes - Schieß- und Übungsbetrieb. Blindgänger! Lebensgefahr! Unbefugtes Betreten des Platzes ist verboten und wird Strafrechtlich verfolgt."  

Im Zuge der letzten Fachaufsichtsprüfung des StOÜPl Regen durch das zuständige Landeskommando Bayern wurde die zwingende Umwandlung des StOÜPl in einen militärischen Sicherheitsbereich angeordnet. Diese Umwandlung hat durch mich, in meiner Funktion als Standortältester, zu erfolgen.   Grund dafür ist die bestehende Vorschriftenlage, die aussagt, dass Übungsplätze und Schießanlagen im Standort zum militärischen Sicherheitsbereich zu erklären sind. Unter diese Regelung fällt ohne Zweifel der StOÜPl Regen, da hier regelmäßig ein Schießbetrieb und Übungsbetrieb mit Gebrauch von Pyrotechnik stattfindet. Zu dem kommt es zu einem erhöhten militärischen Fahrzeugaufkommen im Zuge von Kraftfahrausbildung mit dem neuen Waffensystem PUMA.

Als verantwortlicher Standortältester bin ich daher verpflichtet, den Übungsplatz zum militärischen Sicherheitsbereich zu erklären. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einige Punkte hinweisen:
Durch den Einsatz von Munition und Pyrotechnik kann es zu sogenannten Blindgängern kommen. D.h. nicht umgesetzte Munition oder Munitionsteile können auf dem Übungsplatz liegen, die weiterhin eine potentielle Gefahr darstellen. Diese potentielle Gefahrenquelle besteht dauerhaft und ist nicht auf die oben beschriebenen Übungszeiten begrenzt. Eine Aufrechterhaltung einer Betretungserlaubnis außerhalb der Übungszeiten ist daher nicht möglich, da das Betretungsverbot genau diese Gefahr für Leib und Leben der Bevölkerung ausschließen will. Eine Räumung des Übungsplatzes jeweils zum Ende des Übungsbetriebs und ein Feststellen, dass der Übungsplatz frei von Blindgängern ist, kann nicht gewährleistet werden.

Trotz des bestehenden Berührungs- und Aneignungsverbotes von Munition ist es passiert, dass in einem konkreten Fall mehrere Dutzend Munitionsteile, darunter auch noch voll funktionsfähige Manövermuntion, auf dem Übungsplatz in Regen gesammelt wurden und dann durch einen Bürger an der Wache abgegeben wurde. In diesem Fall bestand die reelle Gefahr, dass es durch ein unbeabsichtigtes Auslösen der Munition zu erheblichen Verletzungen hätte kommen können.

In einem weiteren Fall wurden durch zwei Jugendliche während des Übungsbetriebes zwei noch nicht ausgelöste sogenannte Bodenleuchtkörper vom Standortübungsplatz Regen entfernt. Diese Bodenleuchtkörper entwickeln eine Magnesiumflamme mit einer Hitzeentwicklung von bis zu 1200 Grad und haben eine Brenndauer von mehreren Sekunden und dienen der Gefechtsfeldbeleuchtung. Die besagten Leuchtkörper wurden dann in einem Rucksack mit in die Schule eingebracht. Die Folgen einer möglichen Auslösung dieser pyrotechnischen Mittel hätte zu schlimmsten, ggf. tödlichen Verbrennungen anwesender Schüler führen können und auch ein mögliches Übergreifen des Feuers auf den Klassenraum kann als wahrscheinlich angenommen werden.
   
In Anbetracht dieser zweier konkreten Vorfälle ist es daher glücklicherweise bisher zu keinen Unfällen gekommen. Erste Priorität hat für mich als Standortältester im Rahmen dieser notwendigen Regelung deshalb die Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung und die Minimierung eines potentiellen Unfallrisikos. Die erforderliche Umwandlung wird daher die Sicherheit zusätzlich erhöhen, da dadurch mögliche Unfälle außerhalb der Übungszeiten unwahrscheinlicher werden.

Die hier angewandte Regelung ist keine Ausnahme für den Standort Regen. Für die Standorte Oberviechtach, Weiden, Freyung gilt diese bereits seit längerer Zeit. Weitere Standorte werden dieser Umwandlung folgen.
Damit unterliegt die überwiegende Mehrzahl aller Standortübungsplätze in der Region Oberpfalz/Niederbayern einer einheitlichen und sinnvollen Regelung.

Ich bin daher überzeugt, dass sowohl die Verantwortungsträger der angrenzenden Gemeinden als auch die Bevölkerung die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme versteht und diese gerade im Hinblick auf die gebotene Gefahrenabwehr unterstützt.

Ich hoffe, dass diese Hintergrundinformationen ein besseres Verständnis der notwendigen Maßnahme erleichtern. Für Rückfragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Germar Lacher  
Oberstleutnant
Kommandeur PzGrenBtl 112 und Standortältester Regen

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